Gwalt der narrheit
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Biß her ich narren gsamelt hab
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Vnd meint ich wer ir yetz schier ab
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So kan ich mich ir nit entschütten
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Dz schiff das ist er in der mitten
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Des ist der gwalt z land vßgangen
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So hatt narrheit sie vff gefangen
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Vnd hat ein pflicht von inen genummen
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Do mit me narren naher kummen
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Not ist das vil narren sint
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Dann vil sint an in selbs erblint
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Die mit gewalt wend witzig sin
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Do yederman sicht vnd ist schin
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Das sie göuch sint / doch nyeman gtar
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Sprechen z im was dstu narr
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Vnd wann sie hoher wißheit pflegen
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So ist es von her dielmans wegen
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Dry kappengelts gibt klingels or
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Vnd sin geuatter engelmor /
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Wie wol man spricht von altter her
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Eigen lob das stinckt gar ser
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Doch darff es in nieman sagen
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Den / die die do groß köppff haben
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Dann mit gwalt wellen sie es
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Nit liden mit keinem meß
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Vnd bliben also im narren won
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Vnd wellen vff in selber ston
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Ouch geualt in wol ir geberd
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Doch ir gwalt nit alweg wert
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Wer inn sich selbs vertruwen setz
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Der ist ein narr und dorecht getz
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Wer aber wyßlich wandeln ist
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Der würt gelobt z aller frist
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Die erd ist selig die hatt
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Ein herren der in wyßheit stat
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Des ratt ouch ißt z rechter zyt
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Vnd schen nit wolust noch gydt
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We we dem ertrich das do hat
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Ein herren der in kintheit gat
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Des fürsten essen morgens früg
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Vnd achten nit was wyßheit tüg
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Ein arm kind dz doch wyßheit hat
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Jst besser vil in sinem stadt
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Dann ein künnig / ein altter dor
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Der nit fürsicht die künfftig iar
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We den gerechten vber we
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Wann narren stigen in die höh
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Aber wann narren gwalt ab gat
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Gar wol es vmb die rechten stat
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Das ist dem gantzen land ein ere
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Wann vß den gerechten würt ein here
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Dann allzyt wann ein narr regiert
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So werdent vil mit im verfiert
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Der dt nit recht wer an gericht
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Durch früntschafft eim
früntschafft eim ] früntschaffteim GW5048
ins antlit sicht
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Der selb ouch vmb ein byssen brott
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Worheit vnd gerechtikeit verlat
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Recht vrteiln stat eim wisen wol
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Ein richter niemans kennen sol
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Jeder ist besser lieb z han
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Wann du din vrteil hast getan
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Dann das du hast in lieb vor ee
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Vnd darnoch din vrteil vß gee
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Ratt vnd gericht hat keinen fründ
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Susannen ryechter noch vil sint
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Die mttwill triben vnd gewalt
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Gerechtikeit die ist vast kalt
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Die schwert die sint verrostet beid
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Sie wellen nym recht vß der scheid
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Noch schniden me / do es ist not
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Gerechtikeit ist blind vnd dott
GW5048_108_Freiburg_i1v